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Dina Draeger

Neues aus der Diaspora

 

Death by Rose, 2011, Öl auf Leinwand, 180 x 260 cm

Death by Rose, 2011, Öl auf Leinwand, 180 x 260 cm

2. September – 5. November 2011

Eröffnung: Freitag, 2. September 2011, ab 18 Uhr

SAISONSTART der Frankfurter Galerien

www.frankfurt-saisonstart.de

2. September, ab 18 Uhr, 3. und 4. September, 11–18 Uhr

Am Freitag, 2.9., 19 Uhr und am Samstag, 3.9., 15 Uhr
spricht Dina Draeger über ihre Arbeiten.

Mit handwerklicher Meisterschaft und weltweit reisend "auf der Jagd nach Bildern" versteht es Dina Draeger, Malerei und Fotografie auf ungewöhnliche Weise miteinander zu verschränken und somit Realität und Verfremdung zusammenfinden zu lassen. Auf der Grundlage von Fotos schafft die Künstlerin in einem aufwendigen Arbeitsprozess – über die Bearbeitung am Computer, den Druck auf Leinwand und deren erneute Übermalung – Bilder von Menschen. Ihre Auswahl findet unter ästhetischen Gesichtspunkten statt, und doch sind es die ungewöhnlichen, außerhalb der Norm Stehenden, die Dina Draeger im Bild einfängt. So findet Ausgegrenztes zurück in den Fokus des Betrachters, indem es fremde Attribute erhält oder vor leuchtend farbige Hintergründe gesetzt wird.

 

Isha, 2010/2011, Öl auf Leinwand, 275 x 370 cm

Isha, 2010/2011, Öl auf Leinwand, 275 x 370 cm

Zu ihrem Werk, "Isha", einer Hommage an Louise Bourgeois, erläutert die Künstlerin: Isha heisst Frau auf Hebräisch, die Kuh galt (grob und sehr verkürzt gesagt) in einigen Abbildungen als Urgöttin (Ashera/Inanna, mit Kuh- oder Ziegenhörnern) in Mesopotamien, bevor der Monotheismus auf den Plan trat. Bei dieser Arbeit geht es um diesen Mythos verbunden mit der Märtyrergeschichte des Heiligen Sebastian, hier als Ste. Sébastienne, wie sie auch bei Louise Bourgeois auftaucht.

Gott baute die Rippe, die er vom Menschen nahm, zu einer Frau (hebräisch Ischa) und brachte sie zum Menschen, hebräisch: Adam. Der Mensch sprach: ‚Diesmal ist sie es! Bein von meinem Gebein – Fleisch von meinem Fleisch! Die sei gerufen Frau (Ischa), denn vom Mann (isch) ist die genommen.' Der geschlechtslose Mensch wird erst im Angesicht seines Gegenübers, der Frau, zum Mann. Das hebräische Wort bedeutet aber auch ‚Seite', und daher gibt es die Meinung, dass Gott zuerst ein Doppelwesen geschaffen hat und dieses dann in männlich und weiblich trennte. Von der Urszene der Menschwerdung ausgehend zerstreut (Diaspora) sich die Menscheit außerhalb des Paradiesischen. In diesem Kanon und vor dem Hintergrund des aktuellen Weltgeschehens ist das Konzept der Ausstellung zu verstehen.


No Name, 2011, Öl auf Ölmalkarton, 29,7 x 21 cm

No Name, 2011, Öl auf Ölmalkarton, 29,7 x 21 cm

Die Arbeiten zeigen Menschen aus aller Welt in ihrem ‚makelhaften' außerparadisischen Sein. Dabei steht nicht das Religiöse in Bezug auf Gott im Zentrum, sondern das Religiöse im Sinne einer ‚Zürückbindung' an die Welt, regionale und kulturelle Identität oder ‚Berufung auf das Gesetz'. Etymologisch ist der Begriff bekanntlich nicht geklärt, hier meint er Heimat, Identität, Verlust des Ewigen im Diesseits, Projektion auf das Jenseits. In diesem Spannungsfeld aus Urtrieb, Identitätssuche und Verstreutheit, Leben und Tod ist das Ausstellungsthema gemeint. Durch die Herausnahme der Figuren aus ihrer Umwelt und das Hineinsetzen in eine irreale Farbsphäre wird der Gedanke der Diaspora ästhetisch umgesetzt.

 

No Name, 2011, Öl auf Ölmalkarton, 29,7 x 21 cm

No Name, 2011, Öl auf Ölmalkarton, 29,7 x 21 cm

 


 

Neues aus der Diaspora

Dauer der Ausstellung:
2. September – 5. November 2011

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Öffnungszeiten:
Dienstag–Freitag 11:00–18:00 Uhr
Samstag 12:00–15:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung
Braubachstraße 12
60311 Frankfurt
Tel. (069) 281085 / Fax: (069) 280687
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