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ANDREAS AMRHEIN
RIO GRANDE
Malerei

Mit Witz und Ironie bringt Andreas Amrhein High und Low, Hoch- und Popkultur, zusammen. Dabei versteht er es, das hintersinnige Zusammenspiel von Vorder- und Hintergrund mittels der gewählten Bildtitel zu forcieren. Der 1963 geborene Künstler setzt realistisch gemalte Porzellanfiguren vor konturenbestimmte, monochrome Räume. Die Figurinen sind historische Sammelobjekte der Manufakturen Meissen, Nymphenburg oder der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin – alle im 18. Jahrhundert gegründet – sowie Hutschenreuther (gegr. 1857), doch er bezieht auch aktuelle Erzeugnisse der Porzellanherstellung ein wie z.B. das Abbild des Medienstars unter den Eisbären, „Knut“, im letzten Jahr bei der KPM erschienen.

Im Miteinander mit stark farbigen Hintergründen, die sich auf filmische (Meister-)Werke beziehen wie „Flucht nach Varennes“, „Die Vögel“ oder „African Queen“ ergeben sich Bezüge, die nicht immer nur schmunzeln lassen wie im Falle des grünen Frosches aus der Hutschenreuther-Produktion, den der Künstler mit dem James-Dean-Film „Giganten“ in Verbindung bringt. Kennern der 1956 entstandenen Familiensaga, in der es auch um die Entdeckung einer Ölquelle geht, werden angesichts heutiger politischer Themen zahlreiche Assoziationen erreichen.

Der Cagney-Bogart-Klassiker „Oklahoma Kid“ von 1939 ist der Namensgeber für die Figur eines modernen (Porzellan-)Soldaten, der knieend vor dem Hintergrund eines Wild-West-Holzhauses die Waffe anlegt. Der Film, der in dem ur-amerikanischen Filmgenre die Klischees „Gut gegen Böse“ bedient, lebt von der Idee der Vergeltung.


Der Künstler zieht uns in eine an die Pop-Art erinnernde Klischeewelt hinein, die sich seit der Einführung des „Low“ durch Jeff Koons in der Kunstwelt etabliert hat. Dabei interessiert sich Amrhein besonders für den Grenzbereich von Sentimentalität und Kitsch. Weitergehende Gedankenverknüpfungen lässt er zu. Zudem verweist er darauf, dass es eine Tradition des Porzellansammelns gibt, die in anderen Ländern zur Kultur gehört, bei uns jedoch verpönt ist. Inzwischen hat ihn sein Interesse zu einem Experten auf dem Gebiet der Porzellangeschichte werden lassen.

Andreas Amrhein |
| 1963 |
geboren in Marburg |
| ab 1985 |
Studium an der Hochschule der Künste Berlin bei Barbara Heinisch und Walter Stöhrer |
| 1988 |
Studienaufenthalt an der Slade School of Fine Art, University College, London |
| 1989 |
Gastsemester an der Grafikskolan Forum, Malmö |
| 1990 |
Semester an der School of the Art Institute of Chicago |
| 1992 |
Meisterschüler an der Hochschule der Künste Berlin |
| 1996 |
Lehrauftrag für Radierung, Freie Kunstschule Berlin |
| 1997 |
Stipendium, Lofoten, Norwegen |
| 1999 |
Stipendium Cité Internationale des Arts, Paris |
| 2002 |
Stipendium der Aldegrever Gesellschaft, Provence |
| seit 2005 |
Lehrauftrag für Malerei, Akademie für Malerei, Berlin |
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| lebt und arbeitet in Berlin |
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| Ausstellungen (Auswahl) |
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| 1987 |
Kunstpreis Junger Westen 87 (für Zeichnung), Kunsthalle Recklinghausen |
| 1990 |
Hagström, Teleman, Amrhein, Falsterbo Kunstmuseum, Falsterbo, Schweden |
| 1991 |
Kunstpreis Junger Westen 91 (für Graphik), Kunsthalle Recklinghausen |
| 1993 |
10. Internationale Grafik Triennale, Frechen |
| 1996 |
But everything else goes on, Galerie Michael Schultz, Berlin (EA) |
| 1999 |
Holidays in paradise, Galerie Michael Schultz, Berlin |
| 2003 |
Internationale Grafik Triennale, Galeria Sztuki Wozownia, Torún, Polen |
| 2004 |
Wahre Werte, Galerie Michael Schultz, Berlin (EA) „Why Not?“, Galerie Terminus, München |
| 2005 |
„Berg und Tal“, Kunstverein, Bamberg (EA)
„Berg und Tal“, Kunstverein „Talsstrasse“ e.V., Halle (Saale) (EA) |
| 2006 |
Großes Kino, Galerie Michael Schultz, Berlin (EA) „Der blaue Engel“, Frankfurter Kunstkabinett, Frankfurt a. M. |
| 2007 |
Galerie d’Ys, Brüssel / Belgien
Galerie Kampl, (mit Kristina Girke und Römer + Römer), München |
| 2008 |
„European Love Letters“, Michael Schultz Gallery, Seoul/Korea (EA)
2008 Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath |
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ANDREAS AMRHEIN
RIO GRANDE
Malerei
Dauer der Ausstellung:
5. November 2008 bis
31. Januar 2009
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