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HANNA NAGEL

(1907–1975)

Karlsruhe 1928–1929

 

Hanna Nagel, Sitzender  weiblicher Akt, 1929, Lithokreide, 43 x 21,8 cm

Hanna Nagel, Sitzender weiblicher Akt
1929, Lithokreide, 43 x 21,8 cm

Vom kunstliebenden Vater gefördert nahm Hanna Nagel 1925 achtzehnjährig ihr Kunststudium an der Großherzoglichen badischen Akademie der bildenden Künste auf (heute Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe). Karlsruhe war in jener Zeit Zentrum des Verismus und der neuen Sachlichkeit; deren bedeutende Vertreter Karl Hubbuch und Wilhelm Schnarrenberger wurden die Lehrer Nagels.

 

Hanna Nagel, Sitzender im Anzug, „Kopf senken, aber mit den Augen oben bleiben“, 1928, Lithokreide, aquarelliert, 43 x 19,8 cm

Hanna Nagel, Sitzender im Anzug
"Kopf senken, aber mit den Augen oben bleiben",
1928, Lithokreide, aquarelliert, 43 x 19,8 cm

1927/28 war sie Meisterschülerin bei Walter Conz in der Radierklasse mit eigenem Meisteratelier an der Kunstakademie. Hanna Nagels ausdrucksstarke Arbeiten auf Papier jener Jahre, in denen das Charaktertypische der Modelle hervorgehoben wird und die Figuren isoliert im oft nur angedeuteten Raum mit treffenden Strichen eingefangen werden, zeugen von einem konzentrierten, wachen Blick auf die menschlichen Eigenarten. "Bei Hubbuch wurde ich gehalten, das Einmalige, die ans Groteske grenzende Besonderheit einer Erscheinung in fast karikaturistischer Zuspitzung zu packen.", begründete die Künstlerin ihre schonungslosen und überzeichneten Arbeiten.

 

Hanna Nagel, Frau im grünen Mantel, 1929 Lithokreide, aquarelliert, 41,4 x 26,5 cm

Hanna Nagel, Frau im grünen Mantel
1929 Lithokreide, aquarelliert, 41,4 x 26,5 cm

1929 wechselt sie nach Berlin und wird Meisterschülerin bei Emil Orlik an den Vereinigten Schulen für freie und angewandte Kunst. Die Heirat mit dem Künstler Hans Fischer, den sie in Karlsruhe kennengelernt hatte, findet im Dezember 1931 statt, kurz danach beendet sie ihr Studium. Es folgen Blätter, die auf ihre private Situation, Ehe und Familiengründung Bezug nehmen. Der Zwiespalt zwischen Beruf und Familie wird Thema vieler Arbeiten und zeigt auf, wie schwer es zu damaliger Zeit Frauen hatten, als Künstlerin ihren Weg zu finden und dem Konflikt zwischen Beruf und Familie zu entrinnen. Nagel erhält den Rompreis 1933/34, den Dürerpreis der Stadt Nürnberg 1935 und den Kasselpreis 1937. 1938 wird die Tochter Irene geboren. Nach dem Krieg lässt sie sich endgültig in Heidelberg nieder, es kommt zur Trennung von Hans Fischer, der 1945 aus englischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Hanna Nagel arbeitet als Zeichnerin, Grafikerin und Buchillustratorin. Bis zu ihrem Tode 1975 hat sie 110 Bücher illustriert.

 

Paula (Rückenakt in roten Schuhen), 1929, Lithokreide, aquarelliert, 38,5 x 23 cm

Paula (Rückenakt in roten Schuhen)
1929, Lithokreide, aquarelliert, 38,5 x 23 cm

 

HANNA NAGEL

Karlsruhe 1928–1929

 

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