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IDA KERKOVIUS
Werke aus Privatsammlungen

Frau auf Balkon, 1950, Öl auf Leinwand, 50 x 74 cm

Lettischer Bauer, um 1900, ÖL auf Leinwand, 48,5 x 40,7 cm

Blumenstillleben, o. J. Öl auf Leinwand, 36 x 41 cm
Das Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath präsentiert noch nie gezeigte Werke der Malerin Ida Kerkovius (1879-1970) aus Privatsammlungen. Die Ausstellung umfasst Aquarelle, Zeichnungen, Pastelle, Ölbilder und Siebdrucke aus den Jahren 1900 bis 1965. Die Galerie stellt die Künstlerin seit 1948 aus.
Die in Riga geborene Deutschbaltin Ida Kerkovius wird 1903 – auf Wunsch der Eltern nur für fünf Monate – Schülerin Adolf Hölzels in Dachau. Fünf Jahre später wird sie in Stuttgart seine Meisterschülerin und 1911 zur Assistentin. Neugierig auf die Lehre am Weimarer Bauhaus schreibt sie sich im Wintersemester 1920/21 mit bereits 41 Jahren dort ein und hofft auf „neue künstlerische Anregungen“. Am Bauhaus macht Kerkovius Bekanntschaft mit Gropius, Kandinsky, Klee und Schlemmer, bei denen sie studiert und bei Itten, der zuvor ihr Schüler in Stuttgart war. Sie erlernt die Weberei, damals den Frauen im Bauhaus als Vorkurs verordnet, und erlangt darin soviel Meisterschaft, dass Gropius und Klee bei ihr Teppiche bestellen.
Ihre spätere Förderin Hanna Bekker vom Rath nimmt bei der Künstlerin in den Kriegswintern 1915 bis 1918 Zeichenunterricht. Während des Nationalsozialismus gilt sie als „entartet“ und hält sich mit Werbeaufträgen über Wasser. 1944 wird ihr Stuttgarter Atelier zerbombt, ein Teil ihres Œuvres zerstört. Nach dem Krieg erhält die Künstlerin vielfache Anerkennung: Sie wird 1950 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes, empfängt 1954 den Staatspreis und das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. 1958 verleiht man Ida Kerkovius der Professorentitel. 1962 wird sie Ehrenmitglied der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und Ehrenvorstandsmitglied des deutschen Künstlerbundes. Sie gehört als einzige Frau neben u.a. Otto Dix, Willi Baumeister und Erich Heckel dem so genannten „Rat der Zehn“, den Gründungsmitgliedern des Künstlerbundes Baden-Württemberg, an.
Kerkovius’ wichtigstes Gestaltungsmaterial ist die Farbe. Obschon dieses ihr schon als Schülerin bei Hölzel, einem der Wegbereiter der abstrakten Kunst in Deutschland, als „östliches Erbe“ zugeschrieben wurde, so ist es die Theorie des Lehrers vom „Primat der Mittel“, das lebenslang ihr Werk bestimmen sollte. Vor allem die Technik des Pastells, das Material, das sowohl malerisch als auch zeichnerisch herausfordert, bringt man mit ihr in Verbindung. Motivisch sind es meistens Landschaften und Stillleben, die aus zeichenhaft gesetzten Bildelementen „gebaut“ werden. Kerkovius’ spielerischer Umgang mit den Mitteln bringt die bildimmanente Spannung der Formen zum Ausdruck. Dabei bewahrt sich die Künstlerin ihre Frische, Neugier und Lernbereitschaft bis ins hohe Alter. Ida Kerkovius stirbt 1970 im Alter von fast 91 Jahren.
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Werke aus Privatsammlungen
Dauer der Ausstellung:
2. Juli bis 29. August 2009
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